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Glashütte - Teil 02

Wirkliches Heldentum und höchste Opferbereitschaft bewiesen unsere freiwilligen Feuerwehrkameraden anläßlich der Havarie der Wanne A und beim Kistenlagerbrand in der Glashütte. Lavamassengleich ergoß sich mit einer Temperatur von etwa 1450 Grad Celsius die flüssige Glasmasse der Wanne A nach allen Seiten durch das Gebäude. Sehr ernst war die Lage für die Menschen und für den Betrieb. Kniehoch kam uns die rotglühende Masse auf allen Angriffswegen, selbst über die Treppen, entgegen. Alles wurde von ihr vernichtet, was dieser wahnsinnigen Hitze nicht standhielt.

Keine Minute verließen die Kameraden ihre Verteidigungsstellungen. Bis zu 20 Strahlrohre sprühten über Stunden hinaus Wasser auf die glühende Masse, um sie zum Erkalten und stehen zu bringen. Vorbildlich kämpften alle Einsatzkräfte in vom Rauch völlig verdunkelten Räumen und Gängen gegen die risige Hitze und Glut an. Erschwerend für die Männer war die Arbeit unter den Atemschutzgeräten und Schutzanzügen.

Keine vier Wochen später, die Wanne A war gerade wieder in Betrieb genommen worden, am abend des 5. Juni 1962, glühte dann der große Kistenlagerplatz wie ein feuerspeiender Berg auf. Die hoch und sehr dicht nebeneinander aufgestapelten, ausgetrockneten Transportkisten, meist noch mit Stroh oder Holzwolle gefüllt,gaben dem Feuer soviel Nahrung, daß ein richtiger Feuersturm eine Katstrophe anbahnte. Hunderte Feuerwehrmänner aus Torgau und Umgebung kämpften über Stunden um die Existenz der Glashütte und des Minoltanklagers.

Die Gewalt des Feuers schleuderte über 200 m weit brennende Holsstücke und verursachte einen ununterbrochenen Feuerregen. Viele Kameraden hatten bei diesem Kampf neben Schweiß auch Blut geopfert. Als sie nach Stunden aus ihren Deckungen krochen, waren sie von vielen Brandverletzungen gekennzeichnet. Das Glaswerk blieb erhalten und die Katastrophe vom Großtanklager und der Umgebung war abgewehrt.

(Quelle: Erika und Hans-Joachim Füssel / Die Spur führt durch 5 Jahrhunderte / Aus der Geschichte der Feuerwehr des Kreises Torgau)

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