Textversion
Textversion

Impressum Haftungsausschluss Kontakt Sitemap Webmaster Warnungen

Druckbare Version

Torgauer Zeitung - 13.03.2008

Qualvoller Tod in den Flammen

Landkreis (TZ)

Vor 143 Jahren gab es im nahe Mockrehna gelegenen Wildenhain eine Zündschnurfabrik, wie aus einem Bericht über eine fürchterliche Brandkatastrophe hervorgeht. Sie hatte am 21. Mai 1865 das kleine Dorf Wildenhain heimgesucht. Mit der Fabrik brannte damals ein großer Teil des Dorfes nieder. Berichtet wird: Das Feuer sei in der Zerippschen Zündschnurfabrik entstanden und habe sich bei starkem Wind schnell ausgebreitet. Begünstigt wurde die schnelle Ausbreitung des Feuers ferner durch die Leichtbauweise der Gebäude. Die nach der vorausgegangenen Explosion brennend durch die Luft geschleuderten Schnüre hätten auf den mit Schilf, Stroh und Schindeln gedeckten Dächern schnell Nahrung gefunden.

Nur durch die angestrengte Arbeit der aus allen Orten der Umgebung herbeigeeilten Lösch- und Rettungsmannschaften, unter ihnen die Torgauer Turner-Feuerwehr, war es schließlich möglich, die weitere Ausbreitung des Brandes zu stoppen und dem Feuer Einhalt zu gebieten. Ein Mensch, viel Vieh und Inventar seien im Feuer umgekommen. Von den Brandgeschädigten des Dorfes war keiner versichert. Der damalige Landrat Graf von Seydewitz, der Pfarrer Horche und der Erbrichter Heinze riefen die Öffentlichkeit zur Hilfeleistung auf und leiteten gemeinsam eine Hilfsaktion zum Wiederaufbau des Dorfes ein. Der Standort der Zündschnurfabrik soll sich im Bereich der Großen Battauner Straße befunden haben. Kaum zehn Monate später, am 27. März 1866 nachmittags gegen 15 Uhr, kam es in der vor dem Leipziger Tor in Torgau gelegenen Zündschnurfabrik von Kleeberg & Co. zur Explosion. Dabei wurde der obere Arbeitssaal völlig zerstört und die ganze Fabrik in Brand gesetzt. Sieben Frauen, vom Feuer eingeschlossen, kamen darin um. Sie ließen 15 Kinder als Waisen zurück. Das Fabrikgebäude brannte restlos nieder.

Im Unglücksraum hatte sich zum Zeitpunkt der Explosion 15 Frauen aufgehalten. Acht wagten den Sprung aus dem Fenster in die rettende Tiefe. Vier von ihnen konnten sich unverletzt, vier weitere mit schweren Verbrennungen retten. Von ihnen starb zwei Tage später eine achte Frau im Hospital. Gegen die Gewalt des Feuers kam die Feuerwehr nicht an. Die Fabrik brannte restlos nieder. In zwei Särgen hatten die sterblichen Überreste der acht Frauen Platz gefunden. Als sie vom Hospital aus zu Grabe getragen wurden, läuteten in Torgau die Glocken von allen Türmen der Stadt. Im Kreis Torgau gab es zu dieser Zeit Zündschnurfabriken unter anderem in Torgau, Schildau und Wildenhain. Die Zündschnüre waren sehr begehrt. In den Steinbrüchen, im Bergbau und im militärischen Bereich ermöglichten sie das Zünden von Sprengladungen aus sicherer Entfernung. Eine Zündschnur war eine mit brennbaren Stoffen getränkte be-ziehungsweise mit einem Explosivsatz umschlossene endlose Schnur.

Hans-Joachim Füssel

Frachtschiff krachte vor 24 Jahren an die Brücke

Foto: Fritz Martin

Torgau (TZ)

Großeinsatz am Ufer, auf dem Fluss und von der Brücke aus: Im April 1984 war es auf der Elbe unter der alten Torgauer Straßenbrücke zu einer Havarie eines CSPLO-Frachtschiffes gekommen, welches mit dem Mittelpfeiler der Brücke kollidiert war. Zur Bergung musste nicht nur die Feuerwehr (vorn im Bild) ran. Um das Schiff wieder frei zu bekommen, setzte man unter anderem auch zwei Bergepanzer der Nationalen Volksarmee ein. Zahlreiche Schaulustige verfolgten das Spektakel sowohl von der Elbmauer (im Hintergrund) als auch von der Brücke aus.

nach oben