Gedicht 17

Ich wünschte du könntest ...

Ich wünschte du könntest die Gram des Geschäftsmannes sehen,
als sein Lebenswerk in Flammen aufging oder die Familie, die nur nach Hause kam,
um ihr Haus und ihre Habseligkeiten beschädigt oder sogar zerstört vorzufinden.

Ich wünschte du könntest fühlen wie es ist, ein brennendes Schlafzimmer nach eingeschlossenen Kindern abzusuchen,
die Flammen schlagen über deinen Kopf hinweg, während des Kriechen schmerzen deine Handflächen und Knie,
der Fußboden gibt unter deinem Gewicht nach, wenn die Küche unter dir zu brennen anfängt.

Ich wünschte du könntest die Furcht einer Ehefrau um 3 Uhr morgens verstehen, wenn ich ihrem 40 Jahre altem Ehemann den Puls fühle und keinen finde.
Ich beginne irgendwie mit der HLW, hoffe entgegen jeden besseren Wissens ihn zurückzuholen, aber ich weiß, dass es zu spät ist.
Aber seiner Frau und Familie muss ich das Gefühl geben, dass alles Mögliche getan wurde.

Ich wünschte du könntest den unvergleichlichen Geruch von brennender Isolierungen, den Geschmack von Ruß in deinen Schleimhäuten, das Gefühl der intensiven Hitze, die durch deine Ausrüstung dringt, das Geräusch der lodernden Flammen
und die Beklemmung absolut nichts durch diesen dichten Rauch zu sehen, nachempfinden - "Sensationen, an die ich mich zu sehr gewöhnt habe, mit denen ich zu sehr vertraut geworden bin."

Ich wünschte du könntest verstehen, wie es ist am Morgen zur Schule oder zur Arbeit zu gehen,
nachdem du die meiste Zeit in der Nacht, heiß und wieder naß durchgeschwitzt, mit den verschiedensten Einsätzen verbracht hast.

Ich wünschte du könntest meine Gedanken lesen, wenn ich zu einem entstehendem Feuer gerufen werde,
"Ist es ein falscher Alarm oder ein fortgeschrittenes, atmendes Feuer? Wie ist das Gebäude konstruiert?
Welche Gefahren erwarten mich? Sind Menschen eingeschlossen?"

Ich wünschte du könntest in der Notaufnahme dabei sein, wenn der Arzt das hübsche 5 Jahre alte Mädchen für tot erklärt,
nachdem ich es zuvor 25 Minuten lang versucht habe am Leben zuhalten, sie wird nie zu ihrem ersten Date gehe können
oder jemals wieder die Worte "Ich liebe Dich Mama!" sagen können.

Ich wünschte du könntest die Frustration im Führerhaus des Löschfahrzeuges fühlen, der Maschinist drückt seinen Fuß fest auf die Bremse,
Dein Daumen drückt den Schalter des Preßlufthorns, wenn du dir vergeblich versuchst Vorfahrt an einer vorfahrtberechtigten Kreuzung einzuräumen oder im Verkehrsstau.
Wenn du uns brauchst, wann auch immer es ist, deine ersten Worte nach unserem Eintreffen werden sein, "Es hat fast eine Ewigkeit gedauert, bis Ihr hier wart!"

Ich wünschte du könntest meine Gedanken lesen, wenn ich helfe eine junge Frau aus den zertrümmerten Resten ihres Wagens zu ziehen, "was wäre wenn es meine Schwester, meine Freundin oder eine Bekannte ist?
Wie werden ihre Eltern reagieren, wenn vor ihrer Tür ein Polizist steht, der seine Mütze in Händen hält?"

Ich wünschte du könntest wissen, wie es sich anfühlt nach Hause zu kommen, meine Eltern und Familie zu begrüßen,
aber nicht das Herz zu haben ihnen zu erzählen, dass ich beinahe von meinem letzten Einsatz nicht zurückgekommen wäre.

Ich wünschte du könntest dir die physische, emotionale und mentale Belastung von stehen gelassenem Essen, verlorenem Schlaf und verpasster Freizeit vorstellen, zusammen mit all den Tragödien, die meine Augen gesehen haben.

Ich wünschte du könntest, die Kameradschaft und die Befriedigung Leben gerettet oder jemandes Eigentum geschützt zu haben, erfahren, da zu sein, zur richtigen Zeit am richtigen Ort im Angesicht der Gefahr oder aus der Hektik und dem Chaos heraus Ordnung zu schaffen.

Ich wünschte du könntest verstehen wie es ist einen kleinen Jungen auf deinem Arm zutragen, der fragt, "ist meine Mama o.k.?",
und es ist dir unmöglich ihm in die Augen zu schauen, ohne dass dir die Tränen in die Augen steigen und du weißt nicht was du sagen sollst.
Oder wie es ist einen alten Freund zurückzuhalten, der mit ansehen muss, wie sein bester Kumpel in den Rettungswagen getragen wird, und du weist genau, dass er nicht angeschnallt war.

Solange du dieses Leben nicht durchgemacht hast, wirst du niemals wirklich verstehen oder einschätzen können, wer ich bin, was wir sind oder was uns unsere Arbeit wirklich bedeutet.

Quelle: Übersetzt aus dem Englischen von der FF Bad Nauheim. Der Verfasser des Originals ist unbekannt.


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